Politik
Bedenken hinsichtlich der möglichen Einführung des UPOV 1991 in Thailand
Ein thailändischer Abgeordneter behauptet, dass ausländische Lobbyisten Politiker zur Annahme des UPOV-1991-Übereinkommens zum Schutz von Pflanzenzüchtungen drängen, was Befürchtungen über steigende Kosten für lokale Landwirte schürt.
Am 24. September 2026 hielt Boonravee Yomjinda, ein Listenabgeordneter und Vorsitzender der Ruamjai Thai Partei, eine Pressekonferenz im Parlament ab, um Bedenken hinsichtlich der möglichen Einführung des Internationalen Übereinkommens zum Schutz von Pflanzenzüchtungen (UPOV 1991) zu äußern.
Boonravee behauptete, dass ausländische Lobbyisten aktiv Druck auf thailändische Politiker ausüben, um die Verabschiedung dieses Übereinkommens zu beschleunigen. Er warnte davor, dass das UPOV 1991 im Falle einer Ratifizierung Pflanzenzüchtern monopolistische Rechte einräumen würde. Dies könnte Landwirte daran hindern, Saatgut aufzubewahren, und sie dazu zwingen, geschütztes Saatgut von multinationalen Konzernen zu Preisen zu kaufen, die zwei- bis sechsmal höher sind als die derzeitigen Kosten. Er nannte die Erfahrungen in Vietnam als warnendes Beispiel für eine zunehmende Abhängigkeit von ausländischen Saatgutlieferungen.
Für Einwohner und Akteure im Agrarsektor könnte diese Entwicklung auf erhebliche Veränderungen bei den Lebensmittelproduktionskosten und der Marktdynamik hindeuten. Boonravee hat das Ministerium für Landwirtschaft und Genossenschaften offiziell aufgefordert, alle Schritte zur Unterzeichnung des Übereinkommens bis zu einer weiteren Prüfung auszusetzen.
Es bleibt abzuwarten, wie das Ministerium für Landwirtschaft und Genossenschaften auf diese Vorwürfe reagieren wird und ob die Regierung beabsichtigt, das Gesetzgebungsverfahren für das UPOV 1991 fortzusetzen. Bisher handelt es sich bei den Behauptungen über Lobbyarbeit um nicht verifizierte Anschuldigungen des Abgeordneten.